Tipps für die Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil

Die Ansprüche an einen geplanten Campingurlaub mit der Familie sind hoch: Er soll allen Spaß machen, Entspannung bringen und aus tollem Wetter und lauter Vergnügen bestehen. Während wir auf Wind und Wolken naturgemäß keinen Einfluss haben, können wir die Reise zum Campingplatz selbst planen. Wir geben euch  Tipps für eine gute Vorbereitung und eine sichere und angenehme Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil.

Was gehört zur guten Vorbereitung?

Wenn ihr diese Tipps beherzigt, seid ihr bestens auf die Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil vorbereitet:

  • Erstellt eine Packliste und überprüft vor der Abfahrt, ob ihr alles eingepackt habt. Nichts ist ärgerlicher, als sich auf der Autobahn plötzlich an etliche Dinge zu erinnern, die zu Hause geblieben sind. Mit älteren Kindern kann gemeinsam eine eigene Liste erstellt werden. Das steigert die Vorfreude und die Jugend kann sich beim Packen beteiligen, ohne dass wichtige Dinge vergessen werden. Nach einigen Campingtouren ist es außerdem sinnvoll, eine Liste überflüssiger Dinge zu erstellen. Was nach drei Touren nie gebraucht wurde, sollte wieder aus dem Wohnmobil fliegen und Platz für Nötigeres schaffen.
  • Tipp für Campingeinsteiger: Führt immer ausreichend Kleingeld mit. Am besten gleich in Rollenform von der Bank. Für Waschmaschinen, Duschen oder Strom werdet ihr als Camper häufig Beträge von 50 Cent bis 2 Euro benötigen. Schon auf der Fahrt werdet ihr das Kleingeld gut auf Raststätten und Stellplätzen gebrauchen können.
  • Befüllt den Wassertank eures Wohnmobils vor der Abfahrt nur zur Hälfte. So spart ihr Gewicht für die Zuladung ein.
  • Verriegelt vor jeder Fahrt den Kühlschrank. Ansonsten können in scharfen Kurven unkontrolliert Lebensmittel in den Innenraum fallen. Mit verriegelter Kühlschranktür bleibt alles sauber.
  • Überprüft vor jeder Abfahrt, ob die Antenne beziehungsweise die Satellitenschüssel eingeklappt, das Gas abgedreht, der Strom abgeklemmt und die Treppenstufen eingefahren sind.

Welche Besonderheiten gibt es beim Fahren mit dem Wohnmobil?

Fahrversuche von Unfallforschern zeigen, dass Wohnmobile bei einer Vollbremsung durchschnittlich erst nach 60 Metern zum Stehen kommen und damit einen 33 Prozent längeren Bremsweg benötigen als Autos. Dass die Fahrer sich dessen kaum bewusst sind, macht Auffahrunfälle mit Wohnmobilen besonders gefährlich. Falls ihr eher selten mit dem Camper unterwegs seid, solltet ihr ihn vorab auf einer geeigneten Strecke ausgiebig Probe fahren, um euch an das Fahrzeugverhalten zu gewöhnen.

Zwei weitere Faktoren sind die Ladungssicherung und die Zuladungsmenge. Kisten, Flaschen und Geschirr sollten niemals ungesichert im Hinterraum stehen, da sie sich bei einem Aufprall in gefährliche Geschosse verwandeln können.
Da die Ausstattung durchschnittlicher Wohnmobile immer umfangreicher wird, schwindet die Spanne für die Zuladung. Wie viel Gewicht ihr in euer Wohnmobil laden dürft, solltet ihr genau wissen und einhalten – im Zweifelsfall könnt ihr das reisefertige Fahrzeug beim TÜV nachwiegen lassen. Ein weiterer kritischer Punkt können auch die Reifen eures Campers sein: Oft werden Wohnmobile relativ selten bewegt, daher ist die Profiltiefe meist ausreichend. Aber ist das Gummi vor eurer Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil durch die lange Standzeit vielleicht schon spröde geworden?

Kinder müssen während der Fahrt unbedingt angeschnallt sein. Die Sitzplätze im Fond sind dazu entsprechend ausgerüstet. Für die Sicherung in einem Kindersitz eignen sich nur die zulässigen Zwei- und Dreipunktgurte, die meist auf den nach vorne gerichteten Sitzplätzen verfügbar sind. Ein Aufenthalt in den Schlafkojen ist während der Fahrt tabu. Auch Hunde sollten unbedingt in einer Box beziehungsweise mit einem geeigneten Gurt gesichert werden. Schließlich müssen auch Personen, die sich im Hinterraum befinden, stets ordnungsgemäß angeschnallt sein.

Insbesondere für Gelegenheitscamper lohnt es sich im Vorfeld der Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil zu üben auf bestimmte Schilder zu achten. Gewichts-, Höhen- und Breitenangaben wahrzunehmen, schützt euch vor einem überraschenden Steckenbleiben. Auch die Umweltzonen solltet ihr im Blick behalten: Wer ohne passende Plakette hineinfährt, riskiert ein Bußgeld von 80 Euro.

Gute Navigation im Wohnmobil

„Drehen Sie wenn möglich um!“ ertönt es aus dem Navigationsgerät, wenn man eine Straßensperrung umfährt. In anderen Fällen wird man angewiesen, ein Linksabbiegeverbot schlichtweg zu missachten. Und besonders ärgerlich wird es für Camper und den nachfolgenden Verkehr, wenn das Navi durch eine Unterführung lotsen möchte, die für das Gefährt zu niedrig ist. Das kann durchaus vorkommen, wenn ihr auf der Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil mit einem Gerät navigiert, das eigentlich nur für Autos ausgelegt ist.

Für Wohnmobile eignet sich am besten eine Software, in der man die genauen Abmessungen, das Gewicht und die Achszahl des Fahrzeuges einstellen kann. Manche Programme berücksichtigen darüber hinaus sogar die Umweltplakette und die Steigung der Strecke, damit ihr garantiert überall freie Fahrt genießen könnt. Ein zusätzliches Feature für Camper ist eine Stellplatzdatenbank. Achtet darauf, dass die Software regelmäßige Updates ermöglicht, damit ihr nicht durch jede Sperrung und Umleitung aufs Neue überrascht werdet.

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Das Navigationsgerät in Papierform ermöglicht oft noch Ziele, die beim alleinigen Einsatz des elektronischen Gegenstücks unentdeckt bleiben. Quelle: @ marioav – 160801028 / Fotolia.com

Im Urlaubsland bieten Reiseführer und Papierkarten dem Beifahrer den besten Überblick. Mit ihrer Hilfe könnt ihr spontan lohnende Ausflugsziele am Streckenrand ansteuern, die andernfalls unentdeckt bleiben. Für ältere Kinder kann sie zudem ebenfalls als Ablenkung während der Fahrt eingesetzt werden. Sie können auf der Karte den Streckenverlauf nachverfolgen, markante Punkte aus der Umgebung darauf identifizieren oder vielleicht selbst nach spannenden Abstechern in der Nähe suchen.

Wann sollte ich mich auf den Weg machen?

Wenn ihr am Samstagvormittag nach Beginn der Sommerferien aufbrecht, dann sollten euch überfüllte Autobahnen nicht überraschen. Schließlich sind die Schulferien in Deutschland einer der wichtigsten Faktoren für erhöhtes Verkehrsaufkommen. Am besten informiert ihr euch also über den aktuellen Ferienplan und macht euch davon möglichst unabhängig. Und selbst wenn eure Kinder schulpflichtig sind, dann ist es vor allem in den langen Sommerferien meist kein Problem, den Abreisetag in die Mitte der Woche zu legen.

Im Internet finden sich zudem verschiedene Staukalender, die Unterstützung bei der schnellen Orientierung bieten. Sie zeigen neben den Schulferienterminen aller Bundesländer auf einer Straßenkarte die Strecken mit dem höchsten Staurisiko.

Um Staus zu vermeiden, solltet ihr neben dem Tag auch die Uhrzeit eurer Abreise danach ausrichten.

  • Wenn es in Richtung Urlaub geht, herrscht freitags von 13 bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 15 Uhr die höchste Verkehrsdichte.
  • Die Rückreiserouten hingegen sind freitags von 14 bis 19 Uhr, samstags von 11 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 20 Uhr besonders befahren.

Wenn ihr nicht darauf angewiesen seid am Wochenende abzureisen, solltet ihr das nach Möglichkeit außerhalb dieses Zeitrahmens tun. Am besten eignen sich  Dienstag und Mittwoch für den Start und das Ende einer Urlaubstour – zur Mitte der Woche hin ist der Verkehr selbst auf den Stau-Risiko-Strecken relativ niedrig.

Wenn ihr das Fahren bei Dunkelheit nicht als besondere Belastung empfindet, lohnt es sich, die Nacht zum Reisen zu nutzen – laut ADAC verspricht ein Reisestart ab 22 Uhr freie Straßen. Besonders leer sind deutsche Autobahnen am frühen Dienstag- und Mittwochmorgen ab drei Uhr. Allerdings kann eine Nachtfahrt mit kleineren Kindern zum Problem werden, wenn diese im Auto nicht gut schlafen können. Für etwas ältere Kinder hingegen kann es sogar ein kleines Abenteuer darstellen, nachts zu einer Reise aufzubrechen.

An bestimmten Landesgrenzen  müsst ihr allerdings immer mit einem möglichen Stau rechnen: Da Österreich, Dänemark, Schweden, Norwegen und Frankreich aus verschiedenen Gründen wieder Grenzkontrollen durchführen, kommt es gerade an diesen Landesgrenzen immer wieder zu Rückstaus.

Noch ein Tipp: Begrenzt eure Fahrtzeit zu Beginn auf zwei bis drei Stunden lange Etappen, denn gerade für Anfänger kostet die Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil besonders viel Kraft. Auch für Kinder ist dies ein guter Rhythmus, damit sie sich in den Pausen etwas austoben können. Bei kürzeren Etappen ist die ganze Familie viel entspannter und so haben alle deutlich mehr von dem Urlaub.

Wie reagiere ich bei Stau auf meiner Route?

Stau ist der natürliche Feind jeder entspannten Reise, auch bei einer Urlaubsfahrt mit Wohnmobil. Bei längerem Stop-and-go wächst der Stress, den Zeitplan einzuhalten, die Kinder werden quengelig und die Stimmung zunehmend gereizter. Daher ist es hilfreich, schon vor der Fahrt ein oder zwei Alternativrouten in petto zu haben, falls der Verkehrsfunk während der Fahrt auf der ursprünglich gewählten Route beispielsweise einen Unfall meldet. Denn statistisch betrachtet bringt es keine Zeitersparnis von der Autobahn abzufahren, wenn ihr euch bereits im Stau befindet –  zumindest dann nicht, wenn der Stau weniger als 10 Kilometer lang ist. Also ist es ebenso wichtig, dass ihr das Geschehen auf eurer Strecke durch einen Radiosender oder eine App stets verfolgen könnt.

Wir vermeide ich Stau?

Ob der Verkehr reibungslos läuft, hängt zu einem nicht unwesentlichen Teil vom Fahrverhalten ab. Konkret bedeutet das: Fahrt stets zügig auf die Autobahn auf und achtet beim Spurwechsel darauf, niemanden auszubremsen. Nachdem sich ein kleinerer Stau aufgelöst hat,  solltet ihr mit dem Wohnmobil erst einmal auf der rechten Spur bleiben, bis der Verkehr wieder Geschwindigkeit aufgenommen hat.

Darüber hinaus werden viele Staus von auf der Fahrbahn liegenden Gegenständen ausgelöst. Euer außen am Fahrzeug befestigtes Gepäck wie Surfbretter oder Fahrräder sollten deshalb gewissenhaft gesichert sein. Andernfalls kann es für andere Verkehrsteilnehmer zu einer großen Gefahr werden und natürlich ist es auch für euch selbst ärgerlich, euer Hab und Gut wegen schlechter Befestigung zu verlieren.

Wie verhalte ich mich richtig im Stau?

Trefft ihr auf eine gesperrte Spur oder eine Baustelle, dann bleibt so lange wie möglich auf eurer Spur und fädelt euch erst kurz vor der Absperrung nach dem Reißverschlusssystem auf die Nachbarspur ein. Auf diese Weise tragt ihr zum flüssigen Verkehrsverlauf bei und vermindert das Staurisiko am Hindernis.

Falls der Verkehr vor euch abrupt zum Stehen kommt, dann warnt die nachfolgenden Fahrer in jedem Fall per Warnblinker, um Auffahrunfälle zu vermeiden. Das Aussteigen ist selbst bei stehendem Verkehr auf deutschen Autobahnen verboten – es sei denn, ihr müsst eine Unfallstelle absichern. Wer den Standstreifen dazu nutzt, im Falle eines Staus schneller zur nächsten Abfahrt oder zum Rastplatz zu gelangen, riskiert einen Punkt in Flensburg und ein Bußgeld von 75 Euro. Bis zu 200 Euro Strafe und zwei Punkte drohen, wenn man im Stau wendet oder rückwärts zur Ausfahrt fährt

Wir stehen im Stau – Was nun?

Wenn ihr in einen Stau geratet, kommt die Langeweile. Dann gilt es, die Kinder zu beschäftigen. Dabei helfen Karten- oder Denkspiele wie „Ich fahre in den Urlaub und nehme mit…“.. Auch ein Hörbuch lässt sich gut im Stau mit der ganzen Familie hören.

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Mit Kindern an Bord kann eine lange Fahrt schnell zur Nervensache werden. Abhilfe schaffen unter anderem Spiele, die das Denkvermörgen der Kleinen beanspruchen und damit die Zeit schneller vergehen lassen. Quelle: @ Iuliia Sokolovska – 122933601 / Fotolia.com

Achtet darauf, genügend Snacks und Getränke mitzunehmen. Bei gutem Wetter lohnt es sich, einfach den nächsten Parkplatz anzufahren und eine entspannte Essenspause einzulegen. Dann könnt ihr euch die Beine vertreten, die Kinder sich etwas austoben und mit etwas Glück hat sich der Stau bei der Weiterfahrt schon wieder aufgelöst.

Wie verhalte ich mich bei einem Unfall?

Unfälle passieren leider immer wieder – falls ihr selbst betroffen seid, dann haltet den folgenden Ablauf ein, um maximale Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten und Folgeschäden zu vermeiden:

Sicherung der Unfallstelle

  • Schaltet sofort die Warnblinkanlage ein, bringt euer Fahrzeug wenn möglich auf dem Standstreifen zum Stehen und zieht euch Warnwesten über.
  • Die Gefahr geht auf der Autobahn stets vom nachfolgenden Verkehr aus – rechnet damit, dass die Fahrer die Situation nicht schnell genug erkennen, und weist auch alle anderen darauf hin, den Verkehr zu beachten.
  • Steigt daher aus dem Fahrzeug auf der Seite der naheliegenden Leitplanke aus und haltet Abstand vom nachfolgenden Verkehr. Lasst eure Kinder auf der verkehrsabgewandten Seite aussteigen und sich möglichst abseits der Straße in sichere Entfernung begeben.
  • Stellt ein Warndreieck 200 bis 400 Meter vor dem Unfallort auf. Bei einer Bergkuppe oder einer Kurve muss das Dreieck davor stehen und für den Verkehr gut sichtbar sein.
  • Achtet darauf, dass das Warndreieck stabil steht und nicht vom Fahrtwind umgeweht wird.

Notruf und erste Hilfe

  • Setzt einen Notruf ab, insbesondere dann, wenn Personen verletzt wurden. In ganz Europa gilt dafür die Rufnummer 112.
  • Zur Bestimmung des Standortes sind entlang der Autobahn im Abstand von 500 Metern blaue Tafeln angebracht.
  • Wenn nötig, leistet Erste Hilfe bei verletzten Personen.
  • Kinder sollten bei einem Unfall immer umfassend betreut werden. Unter Umständen können auch kleine Unfälle bei ihnen einen Schock auslösen. Also lasst sie in keinem Fall unbeaufsichtigt.

Dokumentation des Unfalls

  • Tauscht mit anderen Unfallbeteiligten eure persönlichen Daten aus. Wenn möglich, fotografiert den Personalausweis der anderen Unfallbeteiligten.
  • Im europäischen Ausland solltet ihr einen europäischen Unfallbericht im Fahrzeug mitführen. Er gilt der Beweissicherung und enthält die wichtigsten Angaben zum Unfallhergang und zu den Beteiligten. Zudem ist er ein wichtiges Dokument zur Schadensregulierung mit eurer jeweiligen Versicherung. Füllt den Unfallbericht daher gemeinsam mit den anderen Beteiligten aus – jeder in seiner Landessprache. Unterzeichnet keine Schuldeingeständnisse oder Verzichtserklärungen am Unfallort.
  • Dokumentiert das Geschehene zusätzlich durch Fotos und Notizen.
  • Kontaktiert am besten noch vom Unfallort aus eure KFZ-Versicherung, falls euer Fahrzeug nicht mehr fahrtüchtig ist. Wenn ihr einen Schutzbrief habt, organisiert die Versicherung das Abschleppen eures Wohnmobils und übernimmt auch zusätzliche Unterkunfts- und Reisekosten.
  • Falls einer von euch verletzt ist, besucht umgehend einen Arzt und lasst euch ein Attest über die entstandenen Verletzungen ausstellen. Auch dies kann später für die Versicherung wichtig werden.

Wo darf ich im Wohnmobil übernachten?

Trotz guter Planung, vorrausschauendem Fahren und guter Navigation kann immer etwas dazwischen kommen, so dass ihr euren Zeitplan über den Haufen werfen müsst. Manchmal ist es die beste Lösung, die Urlaubsfahrt erst am nächsten Morgen fortzusetzen und auf dem Weg eine Übernachtungspause einzulegen. Dazu lohnt es sich, schon vorab mögliche Camping- oder Stellplätze abseits der Reisestrecke herauszusuchen. Vielleicht überlegt ihr auch, abseits eines regulären Stell- oder Campingplatzes zu nächtigen.

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Im eigenen Wohnmobil schlafen – praktisch, doch nicht überall erlaubt. Jedes Land hat dazu eigene Regelungen, die ihr vorher studieren solltet, um böse Überraschungen zu vermeiden. Quelle: @ Andrey Armyagov – 189041397 / Fotolia.com

Je nachdem, wo ihr euch gerade in Europa befindet, gelten hierfür verschiedene Regeln und Verbote:

  • Deutschland macht es Wohnmobilisten besonders leicht: Hierzulande ist die Übernachtung im Wohnmobil zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit auf jedem Parkplatz erlaubt. Insgesamt 10 Stunden dürft ihr euch dafür Zeit nehmen. Das Aufstellen von Stühlen und das Ausfahren von Markisen ist allerdings nicht gestattet.
  • In Schweden und Norwegen dürft ihr nach dem Jedermannsrecht eine Nacht unter freiem Himmel in der Natur verbringen. Auch für Wohnmobile wird diese Regelung sehr tolerant ausgelegt. Privatgrundstücke solltet ihr jedoch meiden und zu Häusern einen Abstand von 150 Metern einhalten.
  • In Spanien und Italien ist das Nächtigen im Wohnmobil grundsätzlich überall erlaubt.
  • In Frankreich ist das Schlafen im Camper nur in geschlossenen Ortschaften verboten.
  • Österreich erlaubt das Übernachten im Wohnmobil, weist allerdings regionale Einschränkungen in Naturschutzgebieten aus.
  • Tschechien und die Slowakei gestatten das Nächtigen unter dem mobilen Dach, wenn eine Toilette an Bord ist.
  • Irland, England, Luxemburg, Polen und Finnland erlauben das Übernachten im Camper ausschließlich auf Privatgrundstücken.
  • In der Schweiz und in Belgien ist das Übernachten auf Privatgrundstücken auf eine einzige Nacht begrenzt.
  • In Rumänien, Bulgarien, Moldawien, Kroatien, Slowenien, Weißrussland, Russland und der Ukraine dürfen Wohnmobile nur auf Campingplätzen abgestellt werden. Öffentliche Straßen, Privatgrundstücke und Rastplätze sind hingegen tabu.

Fazit

Für die Familie ist die Urlaubsfahrt mit dem Wohnmobil einerseits ein spannendes Abenteuer, andererseits hängt das gute Gelingen auch von einer guten Planung vor der Abfahrt ab. Ob Stau, Navigation oder eine Übernachtung auf der Reise: All diese Aspekte lassen sich vorbereiten und das führt zu einer reibungsloseren Urlaubsfahrt. Unverhoffte Abenteuer gibt es unterwegs erfahrungsgemäß noch zur Genüge, so dass ihr sicherlich froh seid, bekannte Sollbruchstellen schon vorher entschärft zu haben.

Quelle Titelbild: @ hykoe – 124937356 / Fotolia.com

Marta
  • Autor: Marta
  • Martas Campingwagen steht seit 1995 auf einem Platz in Thüringen. Für sie und ihren Mann ist Campen seit dem Rentenbeginn ein Dauerzustand. Und den Kontakt zu ihren Freunden auf dem Platz möchte sie nicht mehr missen.

    2 Kommentare

  1. Was ist, wenn ich mit dem Wohnmobil einen Unfall verursache? Muss ich dann die Straßenreinigung nach dem Verkehrsunfall übernehmen oder ist das in der Versicherung durch das vermitende Unternehmen inbegriffen? Mit dem Womo möchte ich gern nach Paris, bin mir aber der ungewöhnlichen Straßenverkehrsregeln in euopäischen Städten bewusst.

    • Madita Weiß

      Hallo Herr Brötchen!
      Sie müssten das jeweilige vermietende Unternehmen fragen, was in der Versicherung mit inbegriffen ist und was nicht.
      Mit freundlichen Grüßen,
      Madita

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