Camping in der Sonne – Was gibt es zu beachten?

Das Schöne am Camping ist, dass man ohne im Voraus zu buchen einfach losdüsen kann. Wer dem trüben deutschen Wetter entfliehen möchte und nach Südfrankreich oder Sizilien fährt, sollte sich jedoch in Acht nehmen: Die Sonne ist dort viel stärker als bei uns. Hier erfahrt ihr das Wichtigste rund ums Campen in der Sonne.

Da es bei uns eher selten so richtig heiß ist, unterschätzen wir oft, welche Macht die Sonne in Südeuropa hat. Auch in einem hochklassigen Mobilheim oder Wohnmobil und natürlich besonders im Zelt hat die Sonne viel mehr Einfluss als beim Urlaub im Hotelzimmer. Zum einen gibt sie UV-Strahlen ab und sorgt zum anderen für Hitze. Hier lest ihr, wie ihr die Sonne unbeschwert genießen könnt und worauf ihr achten solltet.

Die Haut vorbereiten

Ein Campingurlaub ist oft sehr spontan, aber meist bleiben euch zumindest zwei, drei Wochen Vorlaufzeit, bevor es losgeht. Wenn ihr erst im Sommer gen Süden fahrt, hatte eure Haut Zeit, sich etwas auf die knallende Sonne vorzubereiten. Das ist ein komplexer biochemischer Prozess, kurz zusammengefasst: Durch den Einfluss der Sonneneinstrahlung produziert die Haut Melanin und ihr werdet braun.

Wenn ihr jedoch im Winter oder Frühjahr die Campingsaison eröffnet, ist eure Haut noch nicht so gut vorbereitet. Seid ihr dann beispielsweise auf Sizilien, Sardinien oder an der Côte d’Azur, bekommt ihr schneller einen Sonnenbrand. Das gilt es in jedem Fall zu vermeiden, denn die Haut vergisst nie und mit jedem Sonnenbrand zahlt ihr auf das „Hautkrebskonto“ ein. Was ihr tun könnt, um euer Sonnenbrandrisiko im Frühjahr zu senken? Vorbräunen im Solarium kann helfen. Doch dazu muss die Sonnenbank eures Vertrauens sowohl UV-A wie UV-B-Strahlen aussenden – in den meisten Solarien werden leider nur UV-A-Strahlen abgegeben. Diese machen die Haut zwar braun, aber tragen nichts zur Resistenz gegen Sonnenbrand bei, den die UV-B Strahlen verursachen. Wichtig: Kinder und Jugendliche dürfen per Gesetz nicht ins Solarium. Für sie sind alle nachfolgenden Tipps daher doppelt so wichtig.

Die richtige Ausrüstung

Warum entfliehen wir dem deutschen Wetter? Natürlich auch, um endlich bibberfrei im Freien sein zu können und die ersten warmen Tage des Jahres in vollen Zügen zu genießen. Aber: Auch Solarium-vorbereitete Haut ist noch nicht ausreichend vor Sonnenbrand geschützt. Folgendes sollte deshalb definitiv mit ins Urlaubsgepäck:

  • Ein Pavillon. Und zwar in gehobener Qualität. Nur dann schützt er wirklich vor UV-Strahlen und so könnt ihr den ganzen Tag geschützt draußen sitzen. Wenn ihr nicht im Wohnmobil sitzt, sollte sich hier der Großteil eurer Urlaubszeit abspielen.
  • Ein Sonnenschirm mit stabilem Erdspieß, damit man auch am Strand nicht auf „Schutz von oben“ verzichten muss.
  • Ein Sonnensegel (alternativ ein sogenanntes Tarp) und lange Schnur. So ein Sonnensegel ist ein echtes Multitalent, mit dem sich die Schattenfläche von Vordach, Pavillon oder auch von Bäumen um ein Vielfaches vergrößern lässt.

Insbesondere Zeltcamper sollten diese Dinge mitnehmen, um nicht den ganzen Urlaub in der prallen Sonne oder im Zelt zu verbringen.

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Bildquelle: fotolia.com © Manuela Klopsch #31989563

Von Kopf bis Fuß

Den besten Sonnenschutz bieten Pavillon, Sonnensegel und Sonnenschirm, aber im Urlaub möchten wir natürlich auch baden, Fahrrad fahren oder am Strand spazieren gehen. Um eure Haut im Süden zu schonen, braucht ihr mehr als nur eine Sonnenbrille und eine Tube Sonnencreme. Generell gilt, dass folgende Tipps umso eifriger zu befolgen sind, je heller euer Hauttyp und je jünger eure Kinder sind.

Fürs erste solltet ihr in der Apotheke oder in einem guten Drogeriegeschäft eine zuverlässige Schutzcreme passend zu eurem Hauttyp kaufen. Am besten gleich mehrere Tuben, denn damit solltet ihr nicht sparen. Diese Creme tragt ihr dick auf alle freien Hautstellen auf. Bleibt aber auch gut eingecremt nur so lange in der Sonne, wie unbedingt nötig. Am hautverträglichsten ist es , sich im Schatten von Sonnensegel und Co. aufzuhalten.

Achtet außerdem auf eure Kleidung. Auch wenn die Hitze dazu verleitet in Bikini oder Badeshorts herumzulaufen, ist es besser, „richtige“ Klamotten zu tragen. Obwohl sehr beliebt, sind weiße Baumwoll-Shirts eine eher schlechte Wahl, weil sie viel UV-Strahlung durchlassen. Besser sind Polyesterstoffe oder sogar spezielle Sonnenschutzkleidung – die ihr zumindest euren Kids besorgen solltet. Im Zweifelsfall haltet euch an die „Beduinen-Regel“, also luftig-dünne, weit geschnittene, aber alles bedeckende Kleidung.

Bei der Sonnenbrille sollte es nicht das coole Piloten-Modell sein, sondern ein Exemplar mit breiten Bügeln, die das gefährliche Seitenlicht von euren Augen abhält. Bei der Rahmengröße gilt:

  • Mindestens so breit wie die Außenseite der Augenhöhlen
  • Oberer Rand mindestens auf Augenbrauen-Höhe
  • Unterer Rand mindestens bis zu den Jochbeinen

Und achtet darauf, dass die Brille UV-400 zertifiziert ist. Nur dann schützt sie sowohl vor UV-A wie –B-Strahlen. Diese Brille solltet ihr am besten dauernd tragen, besonders aber in Wassernähe, wo die UV-Bestrahlung durch Reflexionen verstärkt wird. Tipp: Der UV-Schutz hängt nicht von der Dunkelheit der Gläser ab; auch hellere Sonnenbrillen können UV-400 zertifiziert sein.

Denkt auch an eure Füße und erspart euch einen schmerzhaften Fußrücken-Sonnenbrand, indem ihr dünne Turnschuhe oder etwas Ähnliches tragt, statt barfüßig oder in Flip-Flops herumzulaufen.

Für vollständigen Schutz fehlt aber noch etwas, und zwar euer Kopf. Auch er sollte ständig bedeckt sein und das nicht nur bei Papas mit sonnenbrandbegünstigenden, kurzgeschorenen Haaren. Denn: Ohne Kopfbedeckung besteht das Risiko eines Sonnenstichs. Caps mit netzartigem Oberteil tun das ebenso wenig wie Visor-Caps, die nur aus Stirnband und Schirm bestehen. Eigentlich ist alles ein guter Schutz vor Sonnenstich, das euren Kopf bedeckt. Als Sonnenschutz sind besonders große Hüte mit Krempe zu empfehlen, denn sie schützen auch Ohren und Nacken. Der klassische Stoff-Anglerhut oder neudeutsch „Boonie-Hat“ ist hier die beste Wahl.

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Bildquelle: fotolia.com © WavebreakmediaMicro #202786171

Clevere Kniffe gegen Hitze

Obenstehende Tipps helfen euch dabei, eure Haut zu schonen und keinen Sonnenbrand zu bekommen. Darüber hinaus gibt es noch einiges, das ihr gegen die Hitze im Süden tun könnt, die besonders nach dem Ende der kalten Jahreszeit ungewohnt ist.

  1. Reist nach Möglichkeit zur Mittagsstunde auf dem Campingplatz an. Dann seht ihr, wo die Sonne hinscheint, wenn sie am höchsten steht. Stellt euer Zelt, euren Wohnwagen oder euer Wohnmobil dort auf, wo es zu dieser Zeit viel Schatten gibt. Dann steht eure Unterkunft kühl, wenn die Sonne am stärksten scheint.
  2. Wenn euer Zelt doch in der Sonne steht, könnt ihr nasse Handtücher über das Zeltdach legen, dann heizt sich der Innenraum nicht so schnell auf.
  3. Haltet im Wohnwagen Fenster und Rollos tagsüber geschlossen und lüftet nur durch, wenn es draußen spürbar kühler ist als drinnen.
  4. Legt auch im Schatten eine Thermo-Matte auf die Frontscheibe des Wohnmobils. Am besten von außen, damit die Hitze gar nicht erst ins Innere dringt.
  5. Lagert Schlafklamotten und auch die Sonnencreme im Kühlschrank, dann sind sie beim Verwenden schön kühl.
  6. Kocht möglichst selten im Wohnwagen, das sorgt für einen zusätzlichen Hitzeschub, besonders beim Abendessen.
  7. Nützlich: Eine kompakte Reise-Klimaanlage (falls keine zum Camping-Vehikel gehört).

Übrigens: Sightseeing in der Mittagshitze ist etwas für Urlaubs-Anfänger. Wer draußen Denkmäler und Co. ansehen möchte, sollte das vor 11 bzw. nach 15 Uhr tun. Schaut euch im Süden mittags lieber ein Museum oder eine Kirche an, drinnen ist es dann schön kühl.

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Bildquelle Titelbild: fotolia.com © John Smith #163277194

Daniela
  • Autor: Daniela
  • Daniela ist ein echter „Winter-Flüchtling“, weil sie Kälte gar nicht mag. Aber sie ist auch hauptberufliche Dermatologin, weshalb sie immer wieder auf Nummer sicher geht. Das muss sie auch, denn für sie kann ein Campingplatz gar nicht weit genug südlich liegen. Ihr Reise-Liebling ist Salento, der „Stiefelabsatz“ Italiens.

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