Die schnellste Route nach Spanien – (fast) ganz ohne Maut

August, 3 2017

Vom Heimatland in den sonnigen Süden Europas: Jedes Jahr machen sich viele von euch auf den Weg zur spanischen Mittelmeerküste. Zwar locken die Sandstrände und Urlaubsparadiese, dennoch ist es eine ordentliche Strecke, die ihr zurücklegen müsst bis ihr endlich ans Ziel kommt. Jeder Urlauber hat seine eigene Art, die vielen Kilometer zu bewältigen. Die meisten Reisenden nutzen die Autobahnen, um möglichst schnell ans Ziel zu gelangen. Aber sowohl in Frankreich als auch in Spanien* müsst ihr bei Nutzung der Autobahnen eine saftige Maut zahlen.

– Update Augustus 2020 –

Das seht ihr nicht ein? Eine schöne Alternative sind die Touristenrouten, die euch auf schönen Landstraßen nach Spanien führen. Für den Zeitverlust entschädigt euch die Touristenroute mit ihren malerischen Landschaften am Wegrand, die die Autobahn leider nicht zu bieten hat. Und bestimmt nimmt so manch einer die zusätzliche Fahrtzeit gerne in Kauf, da ihr auf diesen Routen die Mautgebühren spart. Praktisch für unterwegs: Spiele für die Autofahrt – so vergeht die Zeit wie im Flug.

Auf der Autobahn kommt ihr schnell und einfach von A nach B. Andererseits kostet die Instandhaltung dieser Straßen viel Geld, weshalb viele europäische Regierungen einen Kostenbeitrag für die Nutzung ihrer Autobahnen einfordern. Während sich die Umsetzung einer Pkw-Maut in Deutschland noch in der Planung befindet, gibt es auf Autobahnen in anderen Ländern schon lange eine Gebühr. In Frankreich und Spanien zahlt ihr beispielsweise je nach zurückgelegter Strecke für die Nutzung der Autobahnen.

Eine Fahrt bis nach Südfrankreich kostet euch schnell 120 €, abhängig von eurer Fahrzeugklasse und davon, ob ihr mit einen Wohnwagen unterwegs seid. Für viele Urlaubsfahrer ist dies ein guter Grund, die Reise von der Autobahn auf die Landstraße zu verlegen.

Nach Paris ohne Maut

Die Autobahn über Gent und Lille (A22 – A1) wird erst ab Lille (Rijsel) mautpflichtig. Die Alternative über Brüssel und Valenciennes, die A2, ist ungefähr genauso teuer. Eine Alternative für die letzte Route ist die kostenlose N2 von Mons (Bergen) nach Paris.

Tolwegen Parijs

Die Schilder sagen es schon: Hier muss man Maut bezahlen!

Von Paris nach Spanien

Im Leben muss man Entscheidungen treffen, auch wenn man campen geht. Wenn ihr schnell und zielorientiert zum Strand möchtet, sind die Mautstrecken wohl eher etwas für euch. „Schade!“ würden die Befürworter der Touristenrouten hierzu sagen. Diese schlängeln sich durch die unterschiedlichsten Landschaften und lassen euch Frankreich und Spanien von ihren natürlichen und ursprünglichen Seiten erleben – eine ganz besondere Erfahrung!

  • Westliche Route: Parijs – Biarritz – San Sebastian
    Wenn ihr nach Westspanien wollt, ist die Strecke über Paris am kürzesten. In der Region Paris und rund um Bordeaux müsst ihr keine Maut bezahlen. Von Poitiers bis kurz vor Bordeaux liegt eine interessante Alternative für die Mautstraße A10: Die N10. Diese ist vierspurig und hat außer am Anfang und am Ende keine Ampeln und keinen Kreisverkehr. Auch die A10 zwischen Bordeaux und Biarritz ist größtenteils mautfrei. Wenn die A10 zur A63 wird, führt die Route über eine Mautstraße.
  • Mittelroute Paris – Limoges – Toulouse
    Wer in die Mitte der Pyrenäen will, kann über Toulouse fahren. Zwischen Vierzon und Toulouse ist diese Route über die A20 zu zwei Dritteln mautfrei.
  • Östliche Route Paris – Clermont-Ferrand – Béziers – Perpignan – La Jonquera
    Für das Ziel Ostspaniens eignet sich die östliche Route durch Frankreich. Die rund 340 Kilometer lange Strecke der A75 (Clermont-Ferrand – Béziers) ist ab der Brücke von Millau mautfrei. Die Mautbrücke zu umfahren wegen der Kosten ergibt wenig Sinn: der lange und kurvige Weg nach Millau und der steile Berg verursachen mehr Benzinkosten.
  • Östliche Route Nancy – Lyon – Béziers
    Die A31 ab Luxemburg ist bis hinter Nancy mautfrei, bis nach Toulouse. Für den Rest der A31 gibt es keine gute Alternative. Dasselbe gilt auch für die Fortsetzung der Strecke bis Lyon, die A6. Die N7 von Lyon bis Orange ist eine eventuelle Alternative zur A7. Hier gibt es viele lange Abschnitte ohne Ampeln und Kreisverkehre, allerdings läuft die N7 auch durch einige Dörfer. Für die A9 von Orange bis zur spanischen Grenze gibt es keine Alternative.

Maut in Spanien

Spanien hat eigentlich nur wenige Mautstrecken, jedoch haben Touristen viel mit den bestehenden Mautstraßen zu tun. Die AP-7, die von La Jonquera bis Tarragona entlang der wichtigsten touristischen Sehenswürdigkeiten wie der Costa Brava führt, ist noch bis September 2021 Mautstraße. Südlich von Alicante bleibt die AP-7 eine Mautstrecke. Die N-II ist bis Girona eine gute Alternative zur AP-7.

Eine andere Mautstrecke ist die AP-2 von Barcelona nach Zaragoza. Auch diese läuft im September 2021 ab. Die AP-68 von Zaragoza bis Bilbao bleibt noch bis Ende 2026 mautpflichtig. Die Strecke von Bilbao bis San Sebastian und zur französischen Grenze bleibt vorläufig eine Mautstrecke, genau wie die Strecken rundum Madrid und kleinere Strecken im Rest des Landes.

Spanje

Eine wunderschöne autovía mit einem tollen Hintegrund- da fährt man doch gern entlang!

Maut vermeiden auf den autovías

Das Netz der autovías (die A-Strecken) ist gut ausgebaut und läuft durch das ganze Land. Die Strecken sind komplette Autobahnen, jedoch gratis und mit vielen Ausfahrten. Teilweise laufen sie parallel zu den Mautstrecken.

Die Vorteile der mautfreien Route

  • In der Hochsaison bilden sich vor den Mautstationen lange Schlangen. Langweiliges Warten in kilometerlangen Staus spart ihr euch auf der Touristenroute.
  • In ländlichen Regionen ist das Tanken deutlich günstiger als auf der Autobahn. Oft spart ihr so 20 bis 30 Cent pro Liter Kraftstoff! Außerdem kostet euch das Fahren über Land weniger Kraftstoff, da ihr automatisch langsamer fahrt und hierdurch euer Verbrauch pro Kilometer niedriger ist.
  • Sowohl in Frankreich als auch in Spanien werden Landstraßen im Allgemeinen hervorragend instand gehalten.
  • Unterwegs entdeckt ihr wundervolle Landschaften und ursprüngliche Dörfer, die ihr auf der Autobahn nicht zu Gesicht bekämt.
  • Um die meisten Orte führen heutzutage praktische Umgehungsstraßen. Ihr seid auf einer Touristenroute also keineswegs gezwungen, durch jedes Dörfchen zu fahren.
  • Nicht nur die Fahrt, auch die Pausen sind an einer gemütlichen Landstraße mit liebevoll geführten Restaurants viel schöner, als auf Autobahnen mit großen Tankstationen und vorbeirauschenden Lastwagen. So wird die Reise Teil eures Urlaubs!

Ihr wollt nach Spanien? Wie wäre es dann mit einem Zwischenstopp und ein paar Tagen Urlaub in Südfrankreich*: Camping am Fluss in Languedoc-Rousillon oder ein bis zwei Tage im wunderschönen Montpellier?

Gut zu wissen

Welcher Fahrertyp seid ihr? Manchen langweilt die ständig gerade Strecke der Autobahn, andere ermüdet häufiges Schalten, Abbremsen und Beschleunigen. Falls ihr in Betracht zieht die mautpflichtigen Straßen in Frankreich und Spanien zu vermeiden, haben wir für euch einige Tipps und nützliche Infos zusammengestellt:

  • An besonders verkehrsreichen Tagen sind auch Landstraßen stärker befahren. Wenn ihr die Möglichkeit habt, solltet ihr euch an anderen Tagen auf die Fahrt begeben.
  • Keine Lust auf lange Planung? Viele digitale Routenplaner bieten euch die Auswahloption „Mautstraßen umgehen“. Das erspart euch eine Menge Sucharbeit.
  • In Frankreich erkennt ihr die Mautstraßen an den blauen Schildern mit „Péage“. In Spanien heißen sie „Autopistas“ und haben den Hinweis „Peaje“ auf den Schildern.
  • Die Zeiten sind vorbei, in denen zu schnelles Fahren im europäischen Ausland keine Konsequenzen mehr hat. Also achtet gut auf eure Geschwindigkeit, denn auch auf Landstraßen wird geblitzt!
  • Möchtet ihr einen Stopp in Lyon, Grenoble oder Paris einlegen? In diesen Städten zahlt ihr extra, da ihr eine Umweltplakette benötigt, um in die Innenstadt fahren zu dürfen.

Kostenlose Autobahnen in Frankreich und Spanien

Für manche Autobahnen machen die Franzosen zum Glück eine Ausnahme: Dort müsst ihr keine Maut bezahlen. Hier nennen wir euch ein paar von ihnen: Ihr könnt beispielsweise die A31 nehmen, auf der ihr zwar auf der Strecke von Luxemburg nach Nancy zahlen müsst, auf der ganzen Strecke durch das Elsass wird jedoch gar keine Maut erhoben. Auch die A20 in Limoges ist größtenteils gebührenfrei. Eine weitere beliebte Autobahn ist die A75, auf der ihr nur für die Überquerung des Viaducts von Millau bezahlen müsst. Trotzdem lohnt sich die Überfahrt, denn von dieser spektakulären Brücke habt ihr einen herrlichen Ausblick auf das gesamte Umland! Gut zu wissen: Lest hier, wie ihr den großen Stau im Sommer in Frankreich umfahrt. 

In Spanien gibt es neben den kostenpflichtigen Autopistas (Autobahnen) auch die Autovias, deren Benutzung kostenlos ist. Auf diesen verliert ihr nur wenig Zeit, da dort dasselbe Geschwindigkeitslimit gilt wie auf den Autopistas.

Ihr möchtet sowieso nicht weiter fahren als bis nach Frankreich? In Frankreich gibt es viele kinderfreundliche Campingplätze mit gemütlichen Stellplätzen und behaglichen Unterkünften. Eine große Auswahl findet ihr bei Suncamp holidays.

Campingplätze in Spanien

Seid ihr noch auf der Suche nach einem schönen Campingplatz in Spanien?

Wir wünschen euch eine gute Reise!

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Hans Pijnenburg
  • Autor: Hans Pijnenburg
  • Camping gibt Hans ein Gefühl von Freiheit. Gewöhnlich in einem Zelt, aber gelegentlich in einer Mietunterkunft – und das seit 1983. Häufig in Frankreich, regelmäßig in Spanien und Deutschland, aber auch in Italien und Dänemark. Der Campingurlaub ist immer eine Kombination aus ein paar Tagen Kultur (Städte, Schlösser, Weltkulturerbe in Spanien, Bauhaus in Deutschland), Natur (Wandern, Radfahren, Kanufahren) und ein paar Tagen am Strand.

    1 Kommentar

  1. Avatar

    Super Interesseantc

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