Dos und Don’ts am „schwarzen Samstag“

Niemand will zu Beginn seines Urlaubs stundenlang im Stau stehen. Natürlich kann man sich dazu entscheiden, an einem anderen Tag loszufahren, aber das hat man nicht immer in der Hand. Zum Beispiel weil bei der gewählten Unterkunft feste Ankunftstage gelten. Ich habe euch eine Liste mit Dos und Don’ts für den berüchtigten schwarzen Samstag in Frankreich zusammengestellt und habe auch noch einige Tipps, falls ihr wider Erwarten doch im Stau stehen solltet.
Vermeiden Sie es, am schwarzen Samstag im Stau zu stehen.

Ein Stück Geschichte

Vorab: Warum spricht man eigentlich vom schwarzen Samstag? Für die Bezeichnung gibt es zwei Erklärungen. Die erste ist sehr traurig. Einer der schwersten Verkehrsunfälle der französischen Geschichte ereignete sich 1982 an einem Samstag. Dabei prallten ein Bus und mehrere Pkw aufeinander; zahlreiche Menschen kamen zu Tode, darunter viele Kinder. Ein Samstag mit hohem Stauaufkommen wird seitdem als „schwarzer Samstag“ bezeichnet. An schwarzen Samstagen besteht auf Frankreichs Straßen immer noch ein Fahrverbot für Busse mit Kindergruppen.

Außerdem verwendet die französische Verkehrssicherheitsbehörde ein Farbsystem, mit dem die Verkehrsdichte angezeigt wird. Schwarz steht dabei für ein extrem hohes Stauaufkommen. Nicht nur in Frankreich wird an diesen Samstagen viel Stau erwartet, sondern auch in Süddeutschland und an den Tunneln Richtung Italien.

Schwarze Samstage 2019

In diesem Jahr wurden der 3. und der 10. August als „schwarzer Samstag“ ausgewiesen.

Dos und Don’ts am schwarzen Samstag in Frankreich

Wie vermeidet ihr Staus am besten? Hier sind die Dos:

  • Macht euch an einem Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag oder Sonntag auf den Weg.
  • Ihr wollt dennoch an einem schwarzen Samstag in den Urlaub starten? Dann fahrt nicht am frühen Morgen los, sondern etwas später. So fahrt ihr dem Stau hinterher.
  • Meidet die großen Autobahnen, wie die Autoroute du Soleil von Paris nach Lyon und Marseille und wählt eine touristische Route (nur, wenn auf der Autobahn wirklich alles stillsteht, sonst fährt man große Umwege).
  • Auf der Website des französischen Verkehrsinformationsdiensts Bison Futé findet man jeden Tag aktuelle Stau-Prognosen. Diese werden pro Region angezeigt, sowohl für die Hin- als auch für die Rückfahrt. Außerdem werden hier alternative Routen angezeigt. Die Informationen auf der Website sind auf Französisch, Englisch und Spanisch verfügbar.
  • Kauft vorab eine Mautplakette (Badge). So vermeidet ihr die berüchtigten Schlangen an den Mautstellen. Die Mautplaketten sind auf verschiedenen Websites erhältlich.
  • Fahrt einige Ausfahrten vor den großen Mautstellen von der Autobahn ab. Folgt der alternativen Strecke und fahrt nach den großen Mautstationen wieder auf die Autobahn auf.
  • Fahrt fürs Tanken von der Autobahn ab. Dort ist es entspannter als an den Tankstellen direkt an der Autobahn (auch auf den Toiletten!). Ein weiterer Vorteil: Sprit ist hier häufig günstiger als an den Autobahn-Tankstellen.

Stau
Und was solltet ihr besser sein lassen? Hier sind die Don’ts:

  • An einem schwarzen Samstag in den Urlaub fahren (logisch!)
  • Erwarten, dass man an einem der anderen Samstage im Juli oder August problemlos durchkommt kann. An all diesen Tagen sind das Verkehrsaufkommen und somit auch die Wahrscheinlichkeit, im Stau zu stehen, enorm hoch.
  • Freitagnachts direkt vor einem schwarzen Samstag losfahren; so erreicht man Frankreich genau dann, wenn die Staus gerade entstehen.

Verkehrsaufkommen in Deutschland

In Deutschland gibt es bekanntermaßen keine schwarzen Samstage. An jedem Sommerwochenende ist jedoch mit ziemlich viel Stau zu rechnen. Vor allem freitags (inklusive Pendlerverkehr) und samstags entstehen lange Wartezeiten. An Sonntagen ist es meist etwas ruhiger, weil dann der Güterverkehr auf den Straßen eingeschränkt ist. Da viele Staus wegen Bauarbeiten entstehen, staut der Verkehr sich nicht immer an denselben Stellen. Daher ist die Verkehrslage in Deutschland schwieriger einzuschätzen.
Auf einigen Autobahnen kommt es jedoch sicherlich zu Stau. Im Norden Deutschlands sind die A1 und die A7 für das hohe Verkehrsaufkommen bekannt, im Süden vor allem die A3 (Frankfurt–Passau), die A5 (Karlsruhe), die A6 (Heidelberg–Heilbronn) und die A8 (Karlsruhe–München–Salzburg). Auch am Autobahnring A99 rund um München können lange Staus entstehen. Wem der Stau zu viel wird, kann auf einem Durchreisecampingplatz eine Pause einlegen. Ihr werdet jedoch nicht die einzigen mit dieser Idee sein. Wenn ihr vorab reserviert, könnt ihr euch noch entspannter auf den Weg machen.

Entspannte Autofahrt mit Kindern.

Stau-Tipps

Solltet ihr gezwungenermaßen an einem schwarzen Samstag unterwegs sein oder wider Erwarten doch im Stau stehen, habe ich noch einige Stau-Tipps:

  • Versucht das Auto stets leicht rollen zu lassen (indem ihr genug Abstand zum Vordermann haltet). Aus dem Stand anzufahren, kostet mehr Treibstoff, ist schlecht für die Kupplung und weniger angenehm für eure Mitfahrer.
  • LKW bieten Schatten; macht euch das, wenn möglich, zu Nutze.
  • Nehmt ausreichend Getränke mit, vor allem bei sommerlichen Temperaturen. Beachtet jedoch, dass dann auch häufiger Klopausen eingelegt werden müssen.
  • Habt etwas für eure Kinder in petto, damit keine Langeweile aufkommt. Nehmt beispielsweise kleine Geschenke mit, die ihr euren Kindern bei Stau geben könnt, damit sie abgelenkt sind.

Sollte schon im Voraus klar sein, dass ihr euer Reiseziel innerhalb eines Tages nicht erreichen könnt, dann plant eine Übernachtung ein. So seid ihr abends weniger müde und könnt am folgenden Tag ausgeruht weiterfahren. Bucht etwas im Voraus, denn bei viel Stau werden mehrere Reisende auf die Idee kommen, irgendwo anzuhalten und zu übernachten.
Hoffentlich seid ihr mit diesen Dos und Don’ts und den Tipps weniger vom schwarzen Samstag betroffen. Und vergesst nicht: Ihr habt Urlaub. Macht euch also nicht allzu viel Stress!

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Tom Haze
  • Autor: Tom Haze
  • Schon als kleiner Knirps ging Tom zum Campen, hauptsächlich in Spanien, Frankreich und Norwegen. Er liebt die Natur, ist gerne aktiv und mag es abwechslungsreich. Tom teilt gerne seine Begeisterung fürs Campen und geht selten ohne Gitarre und seinen Spezialkaffee auf Reisen.

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