Der Tour de France auf den Fersen (1)

Möchtet ihr euren Campingurlaub mit einem Besuch des größten Radsportevents der Welt kombinieren? Die Rennfahrer der Tour de France ziehen zwischen dem 7. und 29. Juli erneut durch Frankreich, und das ist natürlich die perfekte Gelegenheit, sie einmal live in Aktion zu erleben. Möchtet ihr wissen, wo ihr am besten euer Reisemobil parken bzw. euer Zelt aufschlagen solltet? Ich habe fünf Campingtipps für euch, bei denen ihr nicht nur die französische Landschaft, sondern auch die Tour de France genießen könnt! Heute Teil 1 mit den ersten beiden Tipps.

Die 105. Ausgabe der Grande Boucle ist eine nahezu 100-prozentig französische Angelegenheit. Von den 3.351 zu absolvierenden Kilometern führen nur 16 über nichtfranzösisches Hoheitsgebiet. Während in anderen Jahren der Startpunkt nicht selten in einem anderen europäischen Land lag – im vorigen Jahr starteten die Rennfahrer beispielsweise in Düsseldorf –, findet die Tour diesmal fast ausschließlich in Frankreich statt. Das ist eine gute Nachricht für Camper, die in ihrem Frankreichurlaub gerne etwas von der Tour de France mitbekommen möchten.

Camping bei der Tour de France

Teil 1 enthält die ersten zwei Campingtipps für den Beginn der Tour de France. In diesem ersten Abschnitt fahren die Rennfahrer in neun Etappen von der Atlantikküste in der Vendée in die „heilige“ Radrennfahrerstadt Roubaix an der belgischen Grenze.

Tipp 1: Le Grand Départ im Pays de la Loire

Samstag 7. Juli, Sonntag, 8. Juli und Montag, 9. Juli

Der Startschuss für die Tour de France fällt in der Region Pays de la Loire, genauer gesagt auf der Île de Noirmoutier. Diese Insel ist vom Festland über eine „normale“ Straße zu erreichen; eine Brücke oder Fähre wird nicht benötigt. Das Timing allerdings muss gut sein, denn die Passage du Gois steht bei Flut unter Wasser. Sie kommt nur bei Ebbe zum Vorschein. Schon in den Jahren 2011 und 1999 stand diese rutschige Straße auf der Streckenkarte, und insbesondere die Passage von 1999 ist berüchtigt. Michael Boogerd musste nach einem Massensturz auf der Passage du Gois den Wettkampf abbrechen, und der Schweizer Alex Zülle verlor dadurch gut sechs Minuten auf den späteren Sieger Lance Armstrong.

Die Passage du Gois bildet die Verbindung zwischen der Île de Noirmoutier und dem Festland

Die Fahrer der Tour de France sind also gewarnt, wenn sie die Insel erneut auf diesem Weg verlassen werden. Auf den anschließenden 201 Kilometern nach Fontenay-le-Comte wird sich herausstellen, wer sich das erste gelbe Trikot über die Schultern hängen darf. Wenn man sich zwischen dem 7. und 10. Juli in dieser Region aufhält, kommt man um die Tour de France eigentlich nicht herum, denn auch am Sonntag, den 8. Juli (Flachetappe von Mouilleron-Saint-Germain nach La Roche-sur-Yon) und Montag, den 9. Juli (Mannschaftszeitfahren in Cholet) bleiben die Radrennfahrer im Pays de la Loire.

Es gibt also Möglichkeiten genug, die Tourhelden in Aktion zu sehen, aber auch die malerische Gegend lässt keine Langeweile aufkommen. Steigt auch selbst einmal aufs Rad oder zieht die Wanderschuhe an. Ihr werdet schon bald entdecken, warum diese wald- und schlösserreiche, hügelige Region der Garten Frankreichs genannt wird. Außerdem lockt an den Ufern der Loire nicht nur die schöne Landschaft, sondern auch die pulsierende Hauptstadt der Region, Nantes, sowie zahlreiche andere authentische französische Städte und Dörfer.

Unbedingt empfehlenswert sind die Strände und Badeorte an der Atlantikküste. In La Baule (zugleich Startpunkt der vierten Etappe am Dienstag, den 10. Juli) und Les Sables-d’Olonne kann man nicht nur herrliche Strandtage verbringen, sondern in den Straßencafés an der Promenade köstliche Erfrischungen und Stärkungen zu sich nehmen. Auf kulinarischer Ebene ist die Loire-Region bekannt für ihr frisches Gemüse und Obst, die guten örtlichen Weine und für Rillauds d’Anjou (Schweineschmorfleisch). Fischliebhaber kommen vor allem an der Küste auf ihre Kosten, und die Austern aus dieser Gegend zählen zu den besten der Welt!

Tipp 2: Der Charme der Bretagne

Mittwoch, 11. Juli und Donnerstag, 12. Juli

Nachdem die Radrennfahrer das Pays de la Loire verlassen haben, nehmen sie Kurs in Richtung Bretagne. Etappe fünf beginnt in Lorient und endet in Quimper, einen Tag später fährt das Peloton von Brest nach Mûr-de-Bretagne. Hier erwartet die Fahrer eine spektakuläre und schwierige Einfahrt in den Zielort: Der gleichnamige, zwei Kilometer lange Anstieg hat eine Steigung von durchschnittlich 6,9 Prozent. Wer weiß, vielleicht können die Favoriten für den Gesamtsieg hier bereits ihre erste Schlacht schlagen, und es gibt am Ende dieser Etappe einen neuen Träger des gelben Trikots?

Wenn ihr euren Urlaub in dieser Zeit ebenfalls auf der französischen Halbinsel zubringt, habt ihr also zwei Möglichkeiten, der Tourkarawane zu begegnen und eure Favoriten anzufeuern. Aber auch die übrigen Urlaubstage werden in dieser abwechslungsreichen Umgebung nur so vorbeifliegen: Raue Küstenabschnitte, breite Strände und bezaubernde kleine Inseln sind schon für sich eine Reise wert.

Der Charme der Bretagne

Im Süden der Bretagne findet man großartige Strände, die für Sonnenanbeter ebenso geeignet sind wie für Wassersportler. Insbesondere die Gegend um Quimper, die Bucht von Concarneau, ist ein Paradies für Surfer. Im Norden zieht die Côte de Granit Ros die Aufmerksamkeit auf sich: eine beeindruckende Küste mit den erstaunlichsten Felsformationen in Rosatönen. Die Bucht von Morlaix mit der charakteristischen Hafenstadt Roscoff und der wunderschönen Île de Batz ist einer der Höhepunkte dieser Gegend.

Der französische Adel hat die Schönheit der Bretagne schon vor langer Zeit entdeckt. Die imposanten Sommersitze und Schlösser der einstigen Aristokratie sind auch heute noch zu bewundern. Vielfach stammen diese Bauwerke aus dem Mittelalter und der Renaissance – der Zeit, in der der sagenumwobene Wald von Brocéliande seinen Ruhm erlangte. In diesem Wald im Herzen der Bretagne, in dem die Artussage spielt, herrscht auch heute noch eine geheimnisvolle Atmosphäre. Auf einer Wanderung kann man hier Sehenswürdigkeiten wie das Grab des Zauberers Merlin (Tombeau de Merlin, Teil einer Megalithanlage) und die Fontaine de Barenton, eine Quelle aus den Legenden um Merlin und König Artur, entdecken.

Nächste Woche erscheint Teil 2 dieses Blogs. Dann begleite ich euch weiter auf der Route der Tour de France 2018 und gebe drei neue Tipps, um einen Urlaub in Frankreich mit einem Besuch dieses Radsportevents zu kombinieren.

Bram Kuhnen
  • Autor: Bram Kuhnen
  • Bram reist mit Begeisterung durch Europa: Städte, Strände und beeindruckende Landschaften und Natur – Bram ist schon weit herum gekommen und teilt gerne seine Tipps und Erfahrungen mit uns.

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