Umweltplaketten: So ist das in anderen Ländern geregelt (2022)

April, 9 2019 | Update: 07/02/2022

Seit einigen Jahren werden in immer mehr europäischen Städten Umweltzonen eingerichtet. Diese dürfen nur befahren werden, wenn im Auto eine Umweltplakette bzw. Vignette angebracht ist. In welchen Urlaubsländern braucht man 2022 eine Umweltplakette? Und mit welcher Plakette darf man zum Beispiel in Paris fahren? Wir haben den Stand der Umweltzonen und -plaketten nachgeschaut und eine Übersicht erstellt. Achtet vor allem darauf, die Umweltplakette rechtzeitig zu bestellen. Denn besonders in der Schulferienzeit können die Lieferzeiten länger dauern als gewohnt.

Zum Glück sind die meisten Städte mit Umweltzone gut mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. In einigen Fällen haben die Campingplätze sogar einen Shuttlebus, der ihre Gäste in bestimmten Städten abholt oder dorthin bringt. Solltet ihr dennoch euer Auto oder Reisemobil benötigen, findet ihr hier die wichtigsten Informationen für die folgenden Länder.

  1. Frankreich
  2. Belgien
  3. Dänemark
  4. Niederlande
  5. Italien
  6. Österreich
  7. Spanien

Frankreich

In Frankreich gelten mit Blick auf die Umweltzonen umfangreiche Vorschriften. Einige Städte, in denen man unbedingt eine Plakette benötigt, sind: Paris, Lille, Lyon und Straßburg. Die französische Plakette heißt „Ecovignet Crit’Air“ und ist hier erhältlich. Die Kosten belaufen sich auf knapp 8 € (inkl. Versandkosten innerhalb Europas); die durchschnittliche Lieferzeit beträgt vier bis sechs Wochen.

Die Umweltplaketten können auch auf anderen Websites bestellt werden, aber Vorsicht: manchmal sind die Preise dort wesentlich teurer. Und da die Kosten für die Umweltplakette allgemein relativ gering sind, wäre es schade, ohne Plakette nach Frankreich zu reisen. Denn dabei riskiert man ein Bußgeld von mindestens 68 €. Es gibt sechs verschiedene Umweltplaketten: 0 (grün), 1 (lila), 2 (gelb), 3 (orange), 4 (rot) und 5 (grau).

Umweltzone Frankreich

Umweltzone in Frankreich

  • In Frankreich gibt es zwei Arten von Umweltzonen. Die Zone à Faibles Émissions (ZFE) darf nur mit einer gültigen Umweltplakette befahren werden. Diese Zone ist im Prinzip das ganze Jahr über gültig. Darüber hinaus kann es auch zu vorübergehenden Einschränkungen aufgrund von (langfristiger) extremer Luftverschmutzung kommen. In diesem Fall benötigt ihr möglicherweise auch einen gültigen Aufkleber außerhalb einer ZFE. Diese zeitlich begrenzten Vorschriften sind oft strenger und können beispielsweise auch die Höchstgeschwindigkeit beeinflussen. Wenn in einer ZFE temporäre Regeln gelten, ersetzen diese die Standardregeln in dieser Zone. Temporäre Umweltzonen, Zones de Protection de l’Air (ZPA) können jederzeit eingerichtet werden, sogar für ganze Departements, daher solltet ihr die regionalen Regeln gut im Auge behalten.
  • Schilder weisen auf die Zeiten hin, in denen in Umweltzonen Ausnahmen gelten. An Werktagen zwischen 8 und 20 Uhr darf man beispielsweise die Pariser Innenstadt nur mit einer Umweltplakette befahren. Zurzeit sind nur Fahrzeuge der Kategorien Crit’Air E, 1, 2 und 3 zugelassen. Ab dem 1. Juli 2022 wird es auch für Fahrzeuge mit der Kategorie 3 ein Fahrverbot geben. Für jeden, der im Besitz eines europäischen Behindertenausweises ist, gilt das Fahrverbot nicht. Bitte beachtet auch, dass das Fahrzeug dennoch eine Umweltplakette haben muss.
  • Gut zu wissen: Besonders umweltschädliche Fahrzeuge werden immer in einer französischen Umweltzone abgewiesen. Das gilt bspw. für Fahrzeuge, die vor dem 1. Januar 1997 zugelassen wurden. Für Motorräder ist der Stichtag der 1. Juni 2000. Diese Fahrzeuge können keine Umweltplakette mehr erhalten.
  • Bitte beachtet, dass die meisten Umweltzonen in Frankreich (ZFE) derzeit nur für schwere Nutzfahrzeuge (poids lourds, PL) und Nutzfahrzeuge (véhicule utilitaire léger, VUL) gelten, nicht aber für Personenkraftwagen (véhicule particulier, VP oder véhicule léger, VL). Bei Wohnmobilen hängt dies von der Kategorie in der Zulassungsbescheinigung ab. Fällt euer Wohnmobil unter die Kategorie N? Dann passt am besten besonders gut auf (vor allem, wenn es in einem älteren Jahr gebaut wurde), denn dann gelten auch für euch die strengeren Regeln!
  • In der folgenden Tabelle findet ihr die wichtigsten Vorschriften, die in den französischen Städten im Jahr 2022 gelten werden.
Aktuelle Zonen Kein Zugang für Crit’Air-Kategorien Für wen? Besonderheiten
Paris 4, 5 und ohne Plakette Crit’Air Alle Fahrzeuge Ab Juli 2022 wird auch die Kategorie 3 verboten sein.
Reims 5 und ohne Plakette Crit’Air Alle Fahrzeuge Neu seit 1.1.2022
Lille 4, 5 und ohne Plakette Crit’Air Alle Fahrzeuge Neu seit 1.1.2022
Straßburg 5 und ohne Plakette Crit’Air Alle Fahrzeuge 2022 „Testjahr“, ab 2023 mit Geldbuße belegt
Rouen 4, 5 und ohne Plakette Crit’Air Kategorie N Ab Juli 2022 gilt das Verbot für alle Fahrzeuge (einschließlich Pkw)
Lyon 5 und ohne Plakette Crit’Air Kategorie N Ab Juli 2022 gilt das Verbot für alle Fahrzeuge (einschließlich Pkw)
Grenoble 4, 5 und ohne Plakette Crit’Air Kategorie N Ab dem 1. Juli 2022 wird Crit’Air 3 auch für Fahrzeuge der Klasse N verboten sein.

In einigen anderen Städten, insbesondere in Südfrankreich, wird derzeit die Einrichtung einer ZFE erwogen. Beispiele hierfür sind Montpellier, Aix/Marseille, Toulouse und Nizza. Es ist davon auszugehen, dass diese in den meisten Fällen (zunächst) nur für Transportfahrzeuge (Klasse N) gelten werden.

Bevor ihr losfahrt, könnt ihr euch auf dieser Seite einen aktuellen und praktischen Überblick über die einzelnen Städte verschaffen.

Tolle Camingplätze in Frankreich

Belgien

In Antwerpen, Brüssel und Gent muss man vorsichtig sein, aber auch in anderen Städten gibt es immer mehr Vorschriften.

  • Die ganze Innenstadt von Antwerpen ist eine große Umweltzone. Hier findet ihr Informationen über die Zulassungsbedingungen.
    Entspricht euer Fahrzeug nicht den Zulassungsbedingungen? Dann könnt ihr eine Ausnahmegenehmigung beantragen, mit der ihr zeitlich begrenzt zugelassen werdet. Option zwei ist, eine LEZ-Tageskarte für 35 € pro Tag an einem Parkautomaten in der Zone zu kaufen. Allerdings gibt es eine Beschränkung: Ihr könnt an höchstens acht Tagen pro Jahr eine Tageskarte kaufen. Fahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen müssen registriert werden.
  • Fahrt ihr nach Brüssel? Die gesamte Region Brüssel-Hauptstadt ist seit dem 1. Januar 2019 eine Umweltzone. Ausländische Fahrzeuge müssen sich vor der Einfahrt auf dieser Webseite registrieren. Ebenso wie in Antwerpen gibt es auch in Brüssel eine Tageskarte, allerdings nicht für jedes Fahrzeug. Für 2022 werden verschiedene Fahrzeuge in der neuen Brüsseler Umweltzone nicht mehr zugelassen. Dies sind Fahrzeuge, die mit Diesel (ohne Euronorm oder mit Euro 1,2, 3 oder 4), Benzin, LPG und CNG (ohne Euronorm oder mit Euro 1) betrieben werden.
  • Gent hat autofreie Zonen eingeführt. Seit dem 1. Januar 2020 gibt es innerhalb des Stadtrings R40 auch eine neue Umweltzone. Hier erfahrt ihr, ob euer Fahrzeug in die Umweltzone darf.

Schöne Campingplätze in Belgien

Dänemark

Möchtet ihr in Dänemark campen? Bei unserem Nachbarn im Norden gibt es lediglich Regelungen für schwere Dieselfahrzeuge, die durch bestimmte größere Städte fahren wie Aalborg, Aarhus, Kopenhagen und Odense.

  • Die Umweltplakette „Eco Sticker“ wurde seit Juli 2020 abgeschafft. Stattdessen wurde eine Registrierungspflicht eingeführt. Bitte beachtet, dass alle Fahrzeuge (auch ausländische) ab 2020 zulassungspflichtig sind. Das Dieselfahrverbot gilt nur für Transporter über 3,5 Tonnen, Busse und Lkw.

Niederlande

Eine Umweltplakette gibt es in den Niederlanden nicht und auch eine Registrierung ist nicht notwendig. Der Zugang wird über Umweltzonen geregelt, die per Kamera kontrolliert werden. Die „Milieuzones“ gelten nur für Dieselfahrzeuge und die Angabe der Erstzulassung des Fahrzeugs erfolgt über das Nummernschild. Die bisher unterschiedlichen Vorschriften werden seit Anfang 2022 vereinheitlicht.

Milieuzone Niederlande

Schild Umweltzone Niederlande

  • In den Niederlanden gibt es 13 Umweltzonen: Amsterdam, Arnhem, Breda, Delft, Den Bosch, Den Haag, Eindhoven, Leiden, Maastricht, Rijswijk, Rotterdam, Tilburg und Utrecht. Einen Überblick der Umweltzonen findet ihr auf milieuzones.nl.
  • In jeder städtischen Umweltzone galten bisweilen unterschiedliche Vorschriften, die seit Anfang 2022 vereinheitlicht werden. Ab April 2022 kann ein Bußgeld von 100 € (Pkw und Transporter) bzw. 250 € (Lkw) erfolgen.
  • Ab 2022 dürfen nur noch Diesel-Lkw und Diesel-Busse mit der Emissionsklasse 6 und höher in die Umweltzonen fahren. Für Diesel-Pkw und Vans gelten die Emissionsklassen 4 und höher.
  • Auch die Verkehrsschilder werden nach und nach vereinheitlicht. Ihr erkennt die Umweltzone an der Abbildung oben. Die Emissionsklasse ist auf einer zusätzlichen Informationstafel mit angegeben.

Ausgezeichnete Campingplätze in den Niederlanden

Italien

In Italien gibt es inzwischen eine Reihe von Städten mit Umweltzone, der sogenannten „Zona a Traffico Limitato (ZTL)“. Hier einige Beispiele: Rom, Florenz, Pisa, Verona, Bologna, Mailand und Palermo. Jede Wette, dass eine dieser Städte auf eurer Urlaubs-Wunschliste steht.

  • Für die oben genannten Städte gilt, dass die Umweltzonen zu bestimmten verkehrsreichen Zeiten für den motorisierten Verkehr gesperrt werden. Ihr müsst also nicht bezahlen, außer wenn ihr euch dennoch traut, zu diesen Zeiten dort zu fahren. Dann wird nämlich ein hohes Bußgeld fällig. Die Zeiten, in denen das Verbot gilt, stehen unter den Verkehrsschildern, auf denen die Zonen dargestellt sind.
  • Auch in immer mehr touristischen Regionen werden Umweltzonen eingerichtet. Man darf bspw. innerhalb der Stadtmauern von Lucca und Pisa nicht mit dem Auto oder Wohnmobil fahren.
  • In einigen Städten wird eine zusätzliche City-Maut erhoben. In diesen Städten benötigt ihr eine Umweltplakette, die euch die Zufahrt zur Innenstadt erlaubt. Die Zufahrtskarte gibt es für einen Tag oder einen Monat in den Tabakläden und Kiosken zu kaufen.
    Die City-Maut gilt in Mailand an Werktagen zwischen 7:30 und 19:30 Uhr, in Palermo zwischen 8 und 20 Uhr und in Bologna zwischen 7 und 20 Uhr.
  • Nur kurz jemanden absetzen oder etwas ausladen? Dies ist zwar erlaubt, an einigen Orten ist dafür aber eine temporäre Genehmigung erforderlich.

Traumhafte Campingplätze in Italien

Österreich

In Österreich gibt es in sechs von den neun Bundesländern Umweltzonen. Seit 2015 benötigt jeder Kleintransporter (N1), LKW (N2) und schwerer LKW (N3) ein sogenanntes „Umwelt-Pickerl“, für PKW ist es freiwillig. Demnach benötigen auch Wohnmobile, die in der Fahrzeugklasse N zugelassen sind, ein Umwelt-Pickerl.

  • Es gibt Umweltzonen in den sechs Bundesländern: Wien, Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark, Tirol und Burgenland
  • Ein Verstoß gegen die Umwelt-Pickerl-Pflicht kann ein Bußgeld von bis zu 2.180 € nach sich ziehen. Die Strafe kann nicht nur dem Fahrer, sondern auch dem Besitzer auferlegt werden. Gemäß EU-Richtlinie können Strafgelder ab 70 € grenzüberschreitend im Heimatland vollstreckt werden.
  • Normalerweise liegt die Höchstgeschwindigkeit auf österreichischen Autobahnen bei 130 km/h. Auf bestimmten Strecken gilt ein Umwelt-Tempolimit (IG-L) von 100 km/h. Eine Ausnahme bilden Elektroautos, seit Anfang 2021 auch für ausländische E-Autos. Wichtig ist, dass das Auto über ein E-Kennzeichen verfügt. Dann dürfen sie, wenn nicht anders gekennzeichnet, 130 km/h fahren.
  • Wohnmobile, die schwerer als 3.500 kg sind, zahlen Maut über ein elektronisches System mit einer GO-Box – einer Box, die ihr euch anschaffen müsst, bevor ihr nach Österreich fahrt. Dann braucht ihr die Vignette nicht.
  • Achtung: Ihr müsst vorab zwischen 75 € und 100 € auf die Karte laden, die in die Box kommt. Dieses Guthaben ist zudem höchstens zwei Jahre nutzbar.

Campingplätze zum Genießen in Österreich

Spanien

In einer Anzahl spanischer Städte gibt es Umweltzonen. In einigen Zonen darf man nur mit einer Plakette, in anderen überhaupt nicht fahren. Die bekanntesten Städte, Madrid und Barcelona, haben eine Umweltzone eingerichtet, in die man nur noch fahren darf, wenn das Fahrzeug eine gültige Umweltplakette hat. Für Spanier sind die Vorschriften klar, für Ausländer leider weniger. Wenn ihr mit eurem Fahrzeug in Barcelona oder Madrid fahrt, achtet genau darauf, ob es sich um eine Umweltzone handelt. Dies wird durch Schilder angezeigt. Häufig gestellte Fragen dazu könnt ihr hier nachlesen.

  • Umweltzonen sind auf Schildern mit dem Aufschrift „Area de prioridad residencial“ ausgewiesen. Neben der Umwelt denkt die Regierung hiermit auch an die Anwohner und Dank dieser Regelung ist die Zahl der Autos erheblich gesunken.
  • Mithilfe von Kameras wird kontrolliert, ob die Umweltzonen autofrei bleiben. Wer dies nicht beachtet, riskiert ein Bußgeld.
  • Besonders in Madrid kann es hohe Bußgelder geben, wenn ihr ohne Umweltplakette in eine ausgewiesene Umweltzone im Zentrum fahrt. Dafür erhalten nur Anwohner mit speziellen Ausweisen eine Genehmigung. Ihr erkennt die Zonen an Schildern mit der Aufschrift „Madrid Central.
  • Die zweitgrößte Stadt Spaniens, Barcelona, ist eine einzige große Umweltzone. Für jeden Fahrzeugtyp (z.B. Hybrid, Diesel, Benzin) ist eine bestimmte Plakette für die Einfahrt in die Stadt erforderlich. Die Umweltzonen sind durch Schilder mit der Aufschrift „Zona Baixes Emissiones“ gekennzeichnet. Weitere Informationen findet ihr auf dieser Website (auf Englisch).
  • Es gibt vier Arten von Umweltplaketten: blau, grün-blau, grün und gelb. Um ausländischen Fahrzeugen den Zugang zu Umweltzonen zu ermöglichen, hat Barcelona eine bequeme Online-Anmeldung eingeführt. Weitere Informationen findet ihr hier. Unter dem Link könnt ihr auch euer Fahrzeug direkt selbst anmelden. Je nach Ausstattung des Fahrzeugs erhaltet ihr einen permanenten Zugang oder ihr könnt bis zu 10 Tageskarten für den Zugang kaufen.

Spanische Campingplätze in Strandnähe

Up-to-date bleiben

Es ist sehr gut möglich, dass sich die Gesetzgebung in den verschiedenen Ländern (oder sogar Städten) im Laufe des Jahres 2022 noch verändert. Vergewissert euch vor der Reise also immer, dass die oben beschriebenen Bestimmungen noch gelten. Suncamp wünscht euch eine gute Reise!

Jeroen Timmermans
  • Autor: Jeroen Timmermans
  • Von Calais nach Cannes und von Nantes nach Nancy. Früher war ich viel in Frankreich unterwegs. Mit meinen Eltern und meinem Bruder habe ich wochenlang auf den schönsten Campingplätzen in einem Faltcaravan gecampt. Später sind wir auch mit einem Wohnmobil durch andere Länder in Europa gereist. Heute bin ich besonders an kulturellen Städtereisen mit meiner Frau interessiert. Und ja, trotz meiner Höhenangst liebe ich Seilbahnen.

Reagieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Confidental Infomation